Die Lausitz im Wandel – was das für Weißwasser bedeutet

Weißwasser/Oberlausitz steht, wie viele Städte in der Lausitz, vor einem tiefgreifenden Wandel. Der schrittweise Kohleausstieg, demografische Veränderungen und der Abzug industrieller Großarbeitgeber haben die Region verändert. Gleichzeitig fließen historisch einmalige Fördersummen in die Lausitz – eine Chance, die aktiv gestaltet werden muss.

Woher kommt die Förderung?

Mit dem Kohleausstiegsgesetz von 2020 hat der Bund Strukturfördermittel in Milliardenhöhe für die betroffenen Braunkohleregionen bereitgestellt. Für die Lausitz wurden seither zahlreiche Projekte bewilligt – von Forschungseinrichtungen über Infrastrukturprojekte bis hin zu wirtschaftlichen Ansiedlungen. Doch die Frage ist: Wie viel davon kommt konkret in Weißwasser an?

Kommunale Entwicklung aktiv mitgestalten

Auf kommunaler Ebene gibt es verschiedene Instrumente, um den Strukturwandel zu begleiten:

  • Kommunaler Entwicklungsbeirat: Beratungsgremium, das Projekte prüft und empfiehlt
  • Flächennutzungsplanung: Welche Flächen werden für Gewerbe, Wohnen oder Energie ausgewiesen?
  • Beteiligung an Förderprogrammen: Aktive Antragstellung für LEADER, Interreg und Bundesförderprogramme
  • Ansiedlungspolitik: Attraktive Konditionen für neue Unternehmen in zukunftsfähigen Branchen

Was Weißwasser stärkt

Die Stadt bringt trotz aller Herausforderungen wichtige Stärken mit. Die gute Lage im Dreiländereck Deutschland-Polen-Tschechien, vorhandene Gewerbeflächen und eine treue, engagierte Bevölkerung sind reale Standortvorteile. Hinzu kommt das wachsende Interesse an der Region als Freizeit- und Naturstandort – die Muskauer Heide und der Fürst-Pückler-Park ziehen Besucherinnen und Besucher aus ganz Europa an.

Wo es noch hakt

Ehrlichkeit ist wichtig: Es gibt auch Bereiche, in denen der Fortschritt langsamer vorangeht als erhofft. Dazu gehören:

  1. Lücken in der digitalen Infrastruktur (Glasfaserausbau)
  2. Fachkräftemangel in Schlüsselbranchen
  3. Abwanderung junger Menschen, insbesondere gut ausgebildeter Fachkräfte
  4. Langwierige Planungs- und Genehmigungsverfahren

Was jetzt gebraucht wird

Der Strukturwandel ist keine Aufgabe, die von außen gelöst werden kann. Er braucht Menschen vor Ort, die mitdenken, mitentscheiden und mitanpacken. Das betrifft Unternehmerinnen genauso wie Vereinsmitglieder, Eltern genauso wie Rentnerinnen. Kommunalpolitik kann Rahmenbedingungen setzen – aber den Geist einer Region prägen die Menschen, die in ihr leben.

Engagieren Sie sich: Sprechen Sie Ihre Stadträtin an, nehmen Sie an Bürgerforen teil, bringen Sie Ideen ein. Jede Stimme zählt.